Ende April 2026 jährt sich der Todestag von Georg Kronawitter zum zehnten Mal. Der Altoberbürgermeister, der am 28. April 2016 im Alter von 88 Jahren verstarb, gehört zu den prägenden politischen Persönlichkeiten der jüngeren Münchner Stadtgeschichte. Seine beiden Amtszeiten – 1972 bis 1978 und 1984 bis 1993 – fielen in eine Phase tiefgreifender städtebaulicher, sozialer und ökologischer Herausforderungen. Kronawitter begegnete ihnen mit einer Haltung, die bis heute nachwirkt: dem entschiedenen Einsatz für bezahlbaren Wohnraum und den Erhalt städtischer Grünräume.
Geboren 1928 in Oberthann bei Pfaffenhofen an der Ilm und aufgewachsen in bäuerlichen Verhältnissen, war sich Kronawitter seiner Herkunft stets bewusst. Sein politisches Selbstverständnis speiste sich aus der Erfahrung sozialer Verwundbarkeit und dem Wissen um die Bedeutung stabiler Lebensverhältnisse. Weggefährten erlebten ihn als geradlinig, standhaft und hartnäckig – Eigenschaften, die ihm nicht nur Respekt, sondern auch Konflikte einbrachten. Doch gerade diese Entschlossenheit machte ihn zu einem glaubwürdigen Anwalt derjenigen, die in einer Stadt im Wandel Gefahr liefen, an den Rand gedrängt zu werden.

(DE-1992-FS-ERG-G-0452, Fotograf unbekannt)