Was haben das Hippodrom, die Hexenschaukel und das Teufelsrad auf dem Oktoberfest mit der Filmsammlung des Münchner Stadtarchivs gemeinsam? Aufnahmen vom Oktoberfest? Das ist richtig, doch es gibt eine weitere Verbindung.
Sie führt zu einem Mann, der heute nur noch wenigen bekannt ist, obwohl er zu den frühen Pionieren des Films in München gehörte: Sein Name ist Carl Gabriel.
Carl-Gabriel, Schausteller und Kinobesitzer, ca. 1925 DE-1992-FS-NL-KV-2257 Weiterlesen →
Kurz vor ihrem 132. Geburtstag übergab Gerhard Hafenbrädl, der Großneffe der ehemaligen Stadträtin Centa Hafenbrädl, dem Stadtarchiv München deren Nachlass. Der Leiter des Stadtarchivs, Dr. Daniel Baumann, bedankt sich herzlich bei ihm für sein Vertrauen und die bereits geleistete Arbeit bei der Sichtung und Sortierung des Nachlasses. Der Nachlass umfasst neben persönlichen Zeugnissen auch viele Unterlagen zu ihrer politischen Laufbahn, die für die Erforschung der Nachkriegsgeschichte von großer Bedeutung sind. Doch wer war nun Centa Hafenbrädl?
Ende April 2026 jährt sich der Todestag von Georg Kronawitter zum zehnten Mal. Der Altoberbürgermeister, der am 28. April 2016 im Alter von 88 Jahren verstarb, gehört zu den prägenden politischen Persönlichkeiten der jüngeren Münchner Stadtgeschichte. Seine beiden Amtszeiten – 1972 bis 1978 und 1984 bis 1993 – fielen in eine Phase tiefgreifender städtebaulicher, sozialer und ökologischer Herausforderungen. Kronawitter begegnete ihnen mit einer Haltung, die bis heute nachwirkt: dem entschiedenen Einsatz für bezahlbaren Wohnraum und den Erhalt städtischer Grünräume.
Geboren 1928 in Oberthann bei Pfaffenhofen an der Ilm und aufgewachsen in bäuerlichen Verhältnissen, war sich Kronawitter seiner Herkunft stets bewusst. Sein politisches Selbstverständnis speiste sich aus der Erfahrung sozialer Verwundbarkeit und dem Wissen um die Bedeutung stabiler Lebensverhältnisse. Weggefährten erlebten ihn als geradlinig, standhaft und hartnäckig – Eigenschaften, die ihm nicht nur Respekt, sondern auch Konflikte einbrachten. Doch gerade diese Entschlossenheit machte ihn zu einem glaubwürdigen Anwalt derjenigen, die in einer Stadt im Wandel Gefahr liefen, an den Rand gedrängt zu werden.
OB Kronawitter bei der feierliche Eröffnungssitzung des Stadtrats am 5. Juli 1972 im Saal des Alten Rathauses (DE-1992-FS-ERG-G-0452, Fotograf unbekannt)Weiterlesen →
Das Medienerlebnis „gehört – gelesen“ wurde ab den 50er Jahren vom Bayerischen Rundfunk für seine Hörer zur Verfügung gestellt. Die Idee war, gehörte Sendungen nachlesen zu können. Lange bevor es das Internet oder gar Podcast-Angebote gab, bei denen heutzutage der Abruf einzelner Sendungen selbstverständlich ist, standen ausgewählte Hörfunksendungen in dieser Zeitschrift als Skript auch nach der Ausstrahlung im Funk zur Verfügung.
Dieses etwas altbackene Konstrukt können Nutzer*innen auf die Amtsbibliothek des Münchner Stadtarchivs übertragen. Nicht dass die Bibliothek des Stadtarchivs altbacken wäre, ganz im Gegenteil. Auch das Stadtarchiv ist im Laufe der Jahre moderner geworden und nutzt zeitgemäße Technologien. Dennoch gibt es Parallelen in der Anwendung. Die meisten Bücher gibt es weder als Hörbuch, Podcast noch digital.
Gebundene Zeitschriftenbände „gehört-gelesen“ aus den Jahren 1970 bis 1973
Unterstützung der Forschung
Zudem soll der Bestand der Bibliothek als Unterstützung und Ergänzung für Forschende des Archivguts dienen, sowohl für Mitarbeitende des Archivs als auch für Nutzer*innen des Lesesaals. Wem eine Information in einer Archivalie untergekommen ist, kann also prüfen und nachlesen, wenn diese anderweitig zur Forschung verwendet wurde.
Gewonnene Erkenntnisse aus Archivalien, die bislang unveröffentlicht sind, können im Zusammenspiel mit bereits entstandenen Veröffentlichungen zu etwas Neuem führen. Unabhängig davon befinden sich in der Bibliothek nicht nur herausragende Bücher und Zeitschriften von anno dazumal, sie wird regelmäßig mit Neuerscheinungen bestückt.
Nicht zuletzt finden sich in der Bibliothek zahlreiche Belegexemplare und Eigenproduktionen, die bereits durch Forschung im Archiv entstandenen sind.
Weihnachten gilt heute vielen als Fest der Ruhe, der Familie, der Lichter und der Geschenke. Kurzum: Weihnachten gilt als Fest der Liebe!
Doch ein Blick in die Geschichte zeigt: Weihnachten war nie nur besinnlich und lieblich. Es war politisch, brutal, prunkvoll – und manchmal einfach nur ein Wunsch nach etwas Alltäglichem. Wie unterschiedlich Weihnachten sein kann, zeigt ein Streifzug durch mehrere Jahrhunderte Münchner Geschichte.
Weihnachten 1504: Eid, Macht und Gewalt
Der 26. Dezember 1504, der St.-Stephanstag.
In München herrscht keine festliche Ruhe, sondern angespannte Ordnungspolitik. Der Landshuter Erbfolgekrieg tobt, die Stadt ist politisch sensibel.
An diesem Tag wird der Innere Rat der Stadt München durch Herzog Albrecht IV. bestätigt und vereidigt. Das Ratsprotokoll hält nüchtern fest, dass der neu gewählte Rat „den gewönnlichen Eid“ auf den Herzog schwört – in seiner Anwesenheit und der seiner Räte. An diesem Weihnachten ist vielleicht nur wenig Rückzug ins Private möglich, vielmehr ist es ein Moment der Machtdemonstration: Der Herzog sichert sich Loyalität, gerade jetzt.
Doch die Kehrseite dieser Ordnung zeigt nur wenige Tage zuvor: Am 19. Dezember 1504 wird der Landsknecht Ulrich Rapp hingerichtet – bei lebendigem Leib gevierteilt, ein in München nur einmal nachweisbarer Vorgang. Meuterei, Landesverrat, geheime Absprachen mit dem Feind: Das Urteil soll abschrecken. Das Stadtgerichtsprotokoll endet lakonisch mit den Worten: „ist gefiertaillt an pfintztag vor Thome apostoli“.
Weihnachten 1504 bedeutet für manche Eid und Amt, für andere Tod und öffentliche Gewalt. Besinnlichkeit? Fehlanzeige.
München um 1900: Künstler, Dichter und Denker treffen sich in den Cafés rund um den Königsplatz. Zwischen den dampfenden Kaffeetassen und Zigarrenrauch und dichterischem Ehrgeiz sitzt oft einer, der mit seiner Eleganz und seinem feinen Witz auffällt – Paul Heyse. Schriftsteller, Übersetzer, Menschenfreund, Lebenskünstler. Ein Mann, der es schaffte, ganze Generationen zum Träumen zu bringen – und 1910 den Nobelpreis für Literatur erhielt.
Porträtfoto von Paul Heyse, ca. 1912. (Signatur: DE-1992-FS-PER-H-404-01)Weiterlesen →
Wir laden Sie herzlich ein zu unserer Veranstaltung München nach Olympia 1972 – Brennpunkt Kommunalwahlkämpfe Historische Rückblicke – Interviews – Kurzvorträge – Diskussion
Veranstaltungsort: Großer Sitzungssaal, Neues Rathaus, Marienplatz 8, 80331 München Datum: 15. Oktober 2025 von 19.00 Uhr bis ca. 21.00 Uhr
Das Programm:
Begrüßung und Moderation: Dr. Daniel Baumann, Leiter des Stadtarchivs München
Grußwort: Anne Hübner, ehrenamtliche Stadträtin der Landeshauptstadt München, Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion
Kurzvortrag: PD Dr. Thomas Schlemmer, Institut für Zeitgeschichte München – Berlin: PolitischeStrukturen und Wahlen in München 1966 bis 1994
Videointerviews: Zeitzeug*innen blicken auf die Münchner Kommunalwahlkämpfe zurück, u.a. mit:
Wolfgang Czisch (1973-1996 ehrenamtlicher Stadtrat (SPD))
Friedel Schreyögg (1985-2008 Leiterin der Gleichstellungsstelle für Frauen der Stadt München)
Kurzvortrag: Prof. Dr. Marita Krauss, Universität Augsburg: „Uns sind 400.000 Mieter wichtiger als eine Handvoll Baulöwen und Spekulanten“. Wahlkampfthemen der Ära Kronawitter und Kiesl
Anschließend: Fragen aus dem Publikum
Veranstalter: Landeshauptstadt München, Direktorium – Stadtarchiv und Kulturreferat – Abt. 4: Public History München, in Kooperation mit dem Institut für Zeitgeschichte München – Berlin und dem Lehrstuhl für Europäische Regionalgeschichte sowie Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte der Universität Augsburg
Datenschutz ist uns ein wichtiges Anliegen. Daher möchten wir Sie darauf hinweisen, dass bei der Veranstaltung Fotos gefertigt werden, insbesondere Übersichtsaufnahmen. Die Aufnahmen finden im Rahmen unserer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Verwendung. Wenn Sie nicht fotografiert werden möchten, sprechen Sie bitte vor der Veranstaltung den anwesenden Fotografen oder die anwesende Fotografin an, damit Ihr Wunsch berücksichtigt werden kann.
Fingerabdrücke sind bei jedem Menschen individuell und für die Arbeit der Polizei auch heute nicht wegzudenken. Das FBI besaß bereits Ende der 1940er Jahre über 100 Millionen Fingerabdrücke von verurteilten Verbrechern, Verdächtigen, von Mitarbeitenden im militärischen Bereich und Ausländerinnen und Ausländern. Das Bundeskriminalamt verarbeitete 2024 rund 1,1, Millionen Fingerabdrücke. Und auch im Stadtarchiv findet sich eine Sammlung von 418 dicht gefüllten Archivboxen mit Fingerabdrücken der Münchner Bevölkerung. Fingerabdrücke im Archiv? Auf den ersten Blick mag das verwundern. Die Hintergründe für diese archivische Quelle führen in den Sommer 1945.
Fingerabdruck von Thomas Wimmer, Oberbürgermeister von MünchenWeiterlesen →
Wo sonst Urkunden, Akten, Filme und Fotografien aus Jahrhunderten sorgsam aufbewahrt werden, wird jetzt auch aktiv Energie für die Zukunft erzeugt: Das Münchner Stadtarchiv produziert ab sofort eigenen Solarstrom – direkt vom Dach seines Magazinneubaus.
Photovolthaik auf dem Dach des Stadtarchivs, Foto: Jörg Steffens
Wenn Geschichte auf Zukunft trifft
Das Stadtarchiv München ist nicht nur ein Ort für historische Schätze, sondern nun auch ein echtes Vorzeigeprojekt in Sachen Klimaschutz. Auf dem rund 860 m² großen Dach des Magazinneubaus an der Winzererstraße wurde in enger Zusammenarbeit von Baureferat, Kommunalreferat und Stadtarchiv eine leistungsstarke Photovoltaik-Anlage installiert, die jährlich rund 100.000 kWh Sonnenstrom liefert. Das entspricht einer CO₂-Ersparnis von rund 42 Tonnen pro Jahr – ein beachtlicher Beitrag auf dem Weg zur klimaneutralen Stadtverwaltung.
Am 12. April 1975 stirbt die Frau, die im Oktober 1925 mit ihrem ersten Auftritt in Paris das Publikum in ganz Europa verzauberte. Die US-amerikanische Tänzerin und Sängerin Josephine Baker führte das erste Mal live in Europa einen neuen Tanz aus Amerika vor, den Charleston. Der Tanz war für die damalige Zeit außergewöhnlich und noch viel mehr die Tänzerin: Sie besaß nicht nur eine schwarze Hautfarbe, sondern ihr Auftrittskostüm bestand teilweise lediglich aus einem Lendenschurz mit Bananen – ein Skandal für die zeitgenössisch konservativen Kreise.