Über Ulrike Hofmann

Dr. Ulrike Hofmann ist Archivarin am Stadtarchiv München und Leiterin der Abteilung 2.

Geheimnissen im Stadtarchiv München auf der Spur

Immer wieder gibt es in Familien blinde Flecken über Vorfahren, von denen die Angehörigen jahrzehntelang nichts wissen. Oft liegen die Lösungen in den Regalen von Archiven. Bei einer bekannten Schauspielerfamilie konnte mit Hilfe des Stadtarchivs München Licht ins Dunkel gebracht werden. Die Journalistin Petra Cichos lüftete durch einen Zufallsfund im Stadtarchiv ein solches Geheimnis zu dem Schauspieler Will Dohm, dem Vater der Schauspielerin Gaby Dohm, bekannt aus zahlreichen Fernsehproduktionen der 1980er und 1990er Jahren. In einem Gespräch mit Ulrike Claudia Hofmann, Archivarin im Stadtarchiv, gibt sie Einblicke, wie sie auf bisher unbekannte Tatsachen gestoßen ist.

Was hat sie vor drei Jahren ins Stadtarchiv geführt und wie kam es zu diesem Zufallsfund?

Eigentlich war ich auf der Suche nach Dokumenten zu Johannes Heesters. Ich wollte seine Rolle in der Zeit des Nationalsozialismus beleuchten. Mir fiel zufällig eine Akte des Kulturamtes über die Kammerspiele in die Hände. Darin befand sich ein unscheinbarer Schriftwechsel von Will Dohm aus dem Jahr 1935. Er war zu dieser Zeit an den Kammerspielen engagiert.

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„Auf Befehl der Militärregierung….“

Fingerabdrücke sind bei jedem Menschen individuell und für die Arbeit der Polizei auch heute nicht wegzudenken. Das FBI besaß bereits Ende der 1940er Jahre über 100 Millionen Fingerabdrücke von verurteilten Verbrechern, Verdächtigen, von Mitarbeitenden im militärischen Bereich und Ausländerinnen und Ausländern. Das Bundeskriminalamt verarbeitete 2024 rund 1,1, Millionen Fingerabdrücke. Und auch im Stadtarchiv findet sich eine Sammlung von 418 dicht gefüllten Archivboxen mit Fingerabdrücken der Münchner Bevölkerung. Fingerabdrücke im Archiv? Auf den ersten Blick mag das verwundern. Die Hintergründe für diese archivische Quelle führen in den Sommer 1945.

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Skandal um Josy

Eine außergewöhnliche Frau erobert Europa

Am 12. April 1975 stirbt die Frau, die im Oktober 1925 mit ihrem ersten Auftritt in Paris das Publikum in ganz Europa verzauberte. Die US-amerikanische Tänzerin und Sängerin Josephine Baker führte das erste Mal live in Europa einen neuen Tanz aus Amerika vor, den Charleston. Der Tanz war für die damalige Zeit außergewöhnlich und noch viel mehr die Tänzerin: Sie besaß nicht nur eine schwarze Hautfarbe, sondern ihr Auftrittskostüm bestand teilweise lediglich aus einem Lendenschurz mit Bananen – ein Skandal für die zeitgenössisch konservativen Kreise.

Porträt von Josephine Baker, 1950
Porträt von Josephine Baker, 1950, DE-1992-FS-PER-B-0037-01
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