Bereicherung der Manuskriptsammlung des Historischen Vereins von Oberbayern

Der Historische Verein von Oberbayern konnte in diesem Frühjahr seine fast vollständige Sammlung von Physikatsberichten der Gerichtsärzte aus Oberbayern aus der Mitte des 19. Jahrhunderts erweitern. Diese Sammlung wurde durch eine unerwartete Neuerwerbung ergänzt.

Im Frühjahr 2025 wurde bei eBay ein Manuskript angeboten, das vermutlich um 1862 entstanden ist. Es trägt den Titel „I. Topographische und II. Ethnographische Nachträge des Landgerichts Werdenfels“. Felix Guffler, Geschäftsführer der Bezirksheimatpflege Schwaben, erkannte, dass dieses Manuskript ein Nachtrag zum Physikatsbericht für das Gebiet Werdenfels ist, verfasst vom damaligen Gerichtsarzt Dr. Franz Simon Schwarzmaier. Der ursprünglich Bericht, erstellt von Schwarzmaiers Vorgänger Dr. Joseph Spieß etwa 1857/58, befindet sich in der Sammlung des Stadtarchivs München, die vom Stadtarchiv betreut wird. Dieser Bericht wurde 1998 von Horst Gehringer im „Oberbayerischen Archiv1“ veröffentlicht.

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Mit Brief und Siegel

In der ständischen Gesellschaft des 18. Jahrhunderts gehörte die Erhebung in den Adelsstand zu den größten Gunsterweisung, die der Souverän seinen Untertanen oder Dienern gewähren konnte. Eine sogenannte Standeserhöhung vermehrte das Renommee, erleichterte den Zugang in die Hofgesellschaft und stellte nicht zuletzt eine hohe persönliche Auszeichnung dar. Dem Münchner Franz Xaver Marcktreither, der seit vielen Jahren im Marstall des bayerischen Kurfürsten Max III. Joseph (reg. 1745-1777) „nutzliche und getreue Dienst geleistet“ hatte, sollte diese Standeserhöhung im Jahr 1755 gelingen.

Der Adelsbrief mit Siegelkapsel und Blechschatulle
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